Kunst am Gebäude

Da aus städtebaulichen Erfordernissen die Außenwand eine künstlerische Gestaltung erhalten sollte, wurde der Künstler Gerd Jansen beauftragt dafür eine Idee zu entwickeln.

Vorgegeben waren nicht nur der Baukörper selber, sondern auch die Verkleidung der Außenwand mit Trapez-Stahlblechen. Durch die künstlerische Gestaltung sollten keine erheblichen Mehrkosten entstehen, was den Gestaltungsspielraum scheinbar limitierte.

In dieser Situation bewährte sich die Arbeitsweise und der künstlerische Anspruch von Gerd Jansen voll und ganz.

Ohne den Einsatz zusätzlicher Materialien zeigte er eine Lösungsmöglichkeit auf, allein durch die originale Verwendung der vorgesehenen, standardmäßig lieferbaren schwarzen und weißen Trapezbleche. Gerd Jansen nutzt bei all seinen Werken die Natürlichen Zahlen. Er verwendet die Primzahlen als strukturgebende Instanz. Entscheidend für das Gesamtbild ist die Zahl, mit der die Zählung durch das vorgegebene Feld beginnt. Ändert sich diese Zahl, verschiebt sich auch die gesamte Struktur.

Hier ein einfaches Beispiel:

Gegeben ist ein Feld 2 x 19. Die Startzahl sei frei gewählt 178. Die Zählung beginnt in der oberen sowie in der unteren Reihe links. Gezählt werden die Linien. Bei einer Primzahl (rot) wechselt die Farbe von schwarz zu weiß bzw. umgekehrt.

Beispiel: Wechsel von schwarz auf weiß und umgekehrt bei einer Primzahl

Genau diese einfache Idee findet sich auch bei der Wandgestaltung der Lagerhalle. Die Zählung um das Gebäude beginnt mit der Zahl 2007, dem Baujahr der Halle. Die ein x sechs Meter großen Trapezbleche, angeordnet in zwei Reihen, erzeugen ein Rasterfeld von 474 Blechen (ca. 2844 qm). Dadurch ergibt sich ein Zahlenfeld von 2007 bis 2482, das sind 476 Zahlen. Bei jeder Primzahl findet ein Wechsel von Tiefschwarz zu Strahlendweiß bzw. umgekehrt statt. Diese Farben wurden gewählt, um einen möglichst starken Kontrast zu erzielen.

Dieses systematische Konzept stellt einen gerichteten Ablauf zweimal um die Halle dar und passt somit auch inhaltlich sehr gut zu den Vorgängen des Logistikunternehmens. Subjektiv könnte in der gebildeten Struktur auch das Innere der Lagerhalle mit Palettentürmen und Palettenbewegungen gesehen werden.

Dass der Gesamteindruck nahezu eine monumentale Wirkung bekommt, ist umso reizvoller, da die zugrunde liegende Idee von höchster Einfachheit ist. Damit ist für Lörrach zweifelsfrei eine interessante künstlerische Idee umgesetzt worden, in ihrem ausdrucksmäßigen Gehalt durchaus vergleichbar mit der Skulptur von Bruce Nauman auf dem Burghofplatz.